Sonntag, 30. August 2015

28 Stunden

Nun beginnt die langersehnte Reise in den fernen Osten...und dieses Mal nicht nur ein Sommerurlaub oder eine Universitätsexkursion.  Nein, dieses Mal reise ich als neue DAAD Sprachassistentin in die Ukraine, um ein Jahr Deutsch an der staatlichen Universität zu unterrichten. 


Am Morgen begann die Reise am Hamburger Hauptbahnhof. Noch wurde ich verabschiedet von Daniel und Tiina und danach ging es los mit meinen unzähligen Gepäcksstücken. In Berlin ange- kommen schaffte ich es vollbe- packt irgendwie zum Bus- bahnhof. Dort sollte er abfahren. Mein Bus in die Ukraine. Ich kam mir selber schon ganz osteuropäisch vor mit dem Bus reisen zu wollen, da man so mehr Gepäck mitnehmen konnte. Ich hätte es auch wie Sarah (sie geht nach Chisinau) machen können und Gepäck mit dem Bus schicken und selbst fliegen. Das hätte Zeit und Sitzfleisch gespart. Aber das wäre ja zu einfach gewesen. Genauso wäre es zu einfach gewesen schon ab Hamburg in den Bus zu steigen, da er von dort mit Umwegen irgendwie 5 Stunden nach Berlin bräuchte. Daher bin ich lieber nochmal ICE gefahren. Von schnell auf langsam. 


Da stand ich nun am Busbahnhof und war mir ganz unsicher mit dem wie, wann und wo. Anscheinend hatte der Bus Verspätung. Nach einiger Zeit kam dann die Ansage und ich bin zum Gleis geeilt. Da bildete sich auch schon eine Traube an Menschen und alles wurde sehr wuselig. Die Busfahrer sprachen auch nicht wirklich Deutsch. Super, da konnte sie ja anfangen die Reise (fast wie mit EcoLines reisen...). Nachdem wir alle verpackt waren, rollte der Bus los.

Die ersten 12 Stunden durch Polen und die Westukraine saß eine junge Studentin aus Chernivti/ Czernowitz neben mir. Sie konnte auch ein wenig Deutsch, da sie es studierte und gerade den Sommer an einer Raststätte gearbeitet hatte. Sie kam eigentlich aus Ternopil, welches auch im Westen liegt. Ganz begeistert war sie, dass ich schon so viel über die Ukraine wusste und an so vielen Orten war. Die polnischen Straßen ruckelten unter uns und wir redeten und sahen ab und zu der russischen Comedy-Serie "Küche" (Кухня) zu, die mich während der ganzen Fahrt begleitete.
 













Der Morgen war sehr früh als wir in Lviv/ Lemberg stoppten und meine Nachbarin stieg aus. Ich hatte nun mehr Platz. Von nun an wurde die Fahrt aber sehr lang, da es nun hieß den Tag durchzufahren. Die Straßen wurden irgendwie auch nicht besser, sodass ich mich voll und ganz aufs Schlafen oder die russische Serie konzentrierte. Nach zwei Staffeln dieser Serie war ich auch schon ein richtiger Experte aller Charaktere und konnte auch über vieles Lachen. In Odessa rollten wir dann schließlich irgendwann spät abends sein. Natürlich mit Verspätung. Ich setzte mich in Kontakt mit Viktor, der mir den Wohnungsschlüssel besorgen sollte und nach kurzem Warten kam er dann und wir konnten mit dem Taxi in die Wohnung fahren. Gerädert von den Straßen Osteuropas fiel ich dann ins Bett.