Dienstag, 1. September 2015

Neue Welt, alter Staub

Da bin ich nun in Odessa in meiner neuen Wohnung. Aufgewacht wie nach einer durchgezechten Nacht und sich wundern, wo man auf einmal ist. Mein neues Domizil übernahm ich von meiner Vorgängerin und hatte daher nicht so viele Probleme etwas auf eigene Faust finden zu müssen. Man kommt durch ein kupfernes Metalltor, wo man einen Code eingeben muss und danach läuft man durch den Innenhof in den linken Hauseingang in den ersten Stock (russisch: zweiter Stock). Die Wohnung 22 darf ich also von nun an bewohnen. Die Besitzer leben in Deutschland und vermieten diese Wohnung immer, da trotz Krise es doch noch schön ist eine Wohnung in der Ukraine zu halten.
   Die Veranda, eine Art erhöhter Wintergarten.
   Die Küche ist eher altbacken und dunkel.
   Das Wohnzimmer hat Potential, aber ein wenig voll gestellt.
   Das Schlafzimmer ist ein Traum, aber ein wenig heruntergekommen.

Streifzüge durch die neue Wohnung ekeln mich aber eher an, anstatt mich wohl zu fühlen. Mit meiner Stauballergie bin ich hier irgendwie falsch. Hohe Wände und alte Möbel und alles irgendwie etwas eingestaubt und versifft. Ich war irgendwie froh schon mal in Odessa gewesen zu sein, denn so nahm ich mir die Zeit und suchte den nächsten Supermarkt, um neue Putzmittel zu kaufen. Sich erstmal in der eigenen Wohnung wohl fühlen, heißt also die Devise. Ich fing mit meinem Schlafzimmer, damit ich erstmal entpacken kann. Die kitschigen Möbel des Schlafzimmers (inklusive Schminktisch) lassen es eher wie ein Prinzessinnenzimmer wirken. Nachdem ich alles abgewischt hatte, konnte ich erstmal meinen großen Kleiderschrank befüllen. 

Den ganzen Tag verbrachte ich nun mit Putzen. Es war ja schließlich auch Montag, da konnte man reinlich in die neue Woche starten bzw. in einen neuen Lebensabschnitt. Nachdem ich die Grundreinigung vollzogen hatte, blieb es nur noch aus alles zu Waschen, was ich an Textilien sah, weil alles irgendwie auch siffig wirkte, besonders bei 30°C draußen. Am Abend konnte ich mich dann erstmal etwas ausruhen und meine Gastgeschenke auspacken. Ja, diese sind sehr wichtig! Vor allem in der russischen Kultur. Vorbereitet wie ich war, war gefühlt auch eine ganze Tasche gefüllt mit Gastgeschenken. Ich hoffe, die Ukrainer werden sich über die eine oder andere Aufmerksamkeit freuen. :)

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